ungereimtes


berg.jpg

Ein Heiligenschein aus

Wallend-weißer Wolkenwatte

Krönt sein Haupt

Das umgeben von Zeit

Täglich seine Höhe wiederholt

 

Wo Fernweh zu Stein gefriert

Küssen seichte Nebelschwaden

Ihm zuweilen ehrfurchtsvoll den Fuß

Wie dankbare Untertanen -

 

Den Menschen aber ist er näher:

Auch sein Prometheus heißt Natur.

D.Harms

 

Siebzehn 

Hinter den Barrikaden unseres Stolzes

Schmiedeten wir Argumente

Die in Wahrheit keine waren

Wie man Schwerter schmiedet:

Einander mit Vorwürfen attackierend

(Deren Salz grub sich in deine Wangen)

 

Ich weiß noch Ich ging

Um nicht aufgeben zu müssen

 

Die Tür fiel ins Schloss Vom Himmel

Regnete es Einsamkeit

Kinder tanzten in Pfützen

Traten mein Gewissen mit Füßen
Als ich zögernd den Klingelknopf

Berührte zärtlich beinah

Hörten wir staunend eine Barrikade einstürzen.

 D.Harms 

warmer wind weht

weisse wattewolken westwärts

wuehlmaus wird wieder wach

wurzeln wuchern wege wund

weil winter wütend wärme weint

wild wandert waldauswärts

wo wasser wartet

waldes wiegende wipfel wittern

wetterwende

D.Harms

Wäre ich ein Erbauer

Ich baute große Brücken

Brücken zu entfernten Ländern:

Zu Asien, Afrika, Südamerika

Brücken zu Europa, Island, Irak

Ich zöge um die Welt

Die Leute zu besuchen

Und durch unser Händeschütteln

Bauten wir dann kleine Brücken.

(engl. Original: Edith Segal, USA)