Soziales


Smile, you´re on camera now! Seit letzter Woche gibt es Vorwürfe gegen Lidl, der Discounter habe seine Mitarbeiter ausspioniert. Wer mit wem liiert sei, wer wie oft auf Toilette gehe und wer sich wie gegenüber den Kunden verhalte, habe den Arbeitgeber interessiert, hatte ein Magazin berichtet.  Es muss wohl doch was dran gewesen sein.

Mittlerweile legt Lidl Infozettel für die Kundschaft in den Filialen aus, worin alles mit beabsichtigter Diebstahlverhütung erklärt wird. Es sei alles zur Vermeidung der großen Inventurfehlbeträge gedacht gewesen, stand da sinngemäß.  Immerhin entschuldigt sich das Unternehmen bei Kunden und Mitarbeitern. Darüberhinaus werden in den Medien nun weitere Vorwürfe laut, dass Lidl kein Einzelfall sei. Ver.di will in Berlin-Brandenburg von einer Drogeriekette gehört haben, bei der Sicherheitskräfte stundenlang durch löchrige Wände starren, um angebliche Ladendiebe in wenigbesuchten Filialen zu entlarven. (Ob sie auch Münzen in einen Schlitz einwerfen müssen, war nicht zu erfahren.) lidl_400q.jpgDie Berichte fußen auf Aussagen verunsicherter Arbeitnehmer dieses Unternehmens, sagt ver.di und schätzt schnell mal hochrechnend ein, das “zahlreiche” Discounter in Deutschland ihre Mitarbeiter so oder ähnlich überwachen. 

Sollte ver.di Recht behalten,  haben sich die Discounter wohl von unserem sicherheitsbewussten Bundesinnenminister ein Schäuble, pardon Scheible abgeschnitten, gell?

Jeans in der DDR.

Lesung und Gespräch mit Rebecca Menzel Donnerstag, 13.03.2008, 19.30 Uhr | Volkshochschule Rostock, Alter Markt 19    335-jeans-4c-us.jpg„Jeans sind eine Einstellung und keine Hose!“ so Ulrich Plenzdorf in seinem »Werther«. Diesem Phänomen widmet sich die Lesung „Jeans in der DDR. Vom tieferen Sinn einer Freizeithose“, zu der die Volkshochschule Rostock und die Heinrich-Böll-Stiftung MV am Donnerstag, dem 13. März 2008 um 19.30 Uhr alle Interessierten herzlich einladen.

Die Lesung ist Teil der Veranstaltungsreihe „Alltag in der Diktatur. die Lebenswelt Jugendlicher in der DDR“ und findet in der Rostocker Volkshochschule am Alten Markt 19 statt. Die Journalistin und Autorin Rebecca Menzel widmet sich in ihrem Buch der Freizeithose, die jahrelang als Symbol des Klassenfeindes galt. Sie war Anlass für Schulverweise und Erkennungsmerkmal für Beat-Fans. Nach harten Auseinandersetzungen um diese Symbole der »Unkultur« in den 50-ern und 60-ern setzte später die Produktion DDR-eigener Jeans ein. Allerdings ging sie buchstäblich in die Hose: Nicht nur am Modegeschmack, sondern auch wegen Engpässen und schlechten Färbemitteln erhitzten sich die Gemüter.  Trotzdem wollte sich in den 80er-Jahren kein junger DDR-Bürger mehr ein Leben ohne Jeans vorstellen. So geriet ein einfaches Bekleidungsstück unversehens zum Kultobjekt.  Rebecca Menzel hat die ruhmreichen Abenteuer der Nietenhose in der DDR erforscht. Anhand zahlreicher Erlebnisse von DDR-Bürgern und der Auswertung von Akten über Querelen im Modeinstitut und im ZK der SED zeichnet sie ein besonderes Kapitel DDR-Geschichte nach. Der Eintritt beträgt 4,00 EUR, ermäßigt 2,80 EUR.

Wenn man viel gearbeitet hat, so viel, dass man kaum ein Privatleben hatte, fällt die Adhoc-Umstellung auf Arbeitslosigkeit schwer. Was tun an den Wochenenden, an den vielen, plötzlich wenig ausgefüllten Tagen, wenn man nicht mehr ins Büro oder an die Maschine muss, wenn der Arbeitslosenbescheid eingereicht ist und die chronische Geldknappheit bereits wie ein Damoklesschwert über dem Girokonto schwebt? Shoppen gehen, auch einfach nur zum Fußball oder ins Kino - kostet Geld.

 Bewerbungen schreiben? Okay - und dann? Ruck-Zuck hat man vier oder  fünf davon fertig, dann sind die Briefmarken alle, also geht man zur Post, sein letztes Kleingeld zusammenkratzend, im Vorbeigehen lächeln einem finster Rechnungen und Mahnungen aus dem übervollen Briefkasten neben der Haustür an… man möchte sie ignorieren, aber das würde noch teurer werden.  Besser ist es, zu reagieren, ein freundliches Antwortschreiben verfassen, worin man um Ratenzahlung bittet. Das funktioniert nicht in jedem Falle, aber es könnte klappen, wenn der Empfänger, also der Gläubiger vom Zahlungswillen überzeugt werden kann. Das kann gelingen, indem man eine erste Rate bereits parallel zu dem Schreiben überweist. Sind die Ausgaben dauerhaft höher als die Einnahmen, empfiehlt es sich, die monatlichen Ausgaben genauer auf ihre Notwendigkeit hin zu prüfen - worauf kann verzichtet werden, kommt man aus eventuellen Verträgen wie Handy, Versicherungen, Zeitungsabo raus? Telefontarife und teure Kredite bedürfen der Prüfung, ebenso wie die Wahle des Nahverkehrsmittels - fährt man mit dem KfZ oder Bus und Bahn… Gemeinnützige Schuldnerberatungen sind zum Beispiel ein Anlaufpunkt bei Fragen und Geldproblemen - sie helfen mit kompetenter Beratung und zeigen Wege auf, wie sich  die Situation verbessern lässt. Dazu ist allerdings der Wille notwendig, sich helfen zu lassen.

Vorsicht vor wirtschaftlich orientierten Schuldnerberatungen - diese rechnen einem erstmal ihre Beratungsgebühren vor, die hinterher Bestandteil des Zahlplanes werden. Diese richten sich nach der Anzahl der Gläubiger oder der Höhe des monatlichen Defizites auf dem Konto. Lassen Sie sich nicht von Zertifikaten, aufgezählten Refrenzen und Urkunden blenden, auch der Hinweis, dass Sie die Gebühren schnell wieder durch Einsparungen eingefahren haben, wird gern genutzt. Unterschreiben Sie keinen Vertrag, den Sie nicht vorher geprüft haben - wenn möglich mit  rechtskundigen Dritten. Im Zweifel wenden Sie sich an den für Sie zuständigen persönlichen Ansprechpartner beim Jobcenter, wenn Sie ALGII-Empfänger sind. dh