Wenn man viel gearbeitet hat, so viel, dass man kaum ein Privatleben hatte, fällt die Adhoc-Umstellung auf Arbeitslosigkeit schwer. Was tun an den Wochenenden, an den vielen, plötzlich wenig ausgefüllten Tagen, wenn man nicht mehr ins Büro oder an die Maschine muss, wenn der Arbeitslosenbescheid eingereicht ist und die chronische Geldknappheit bereits wie ein Damoklesschwert über dem Girokonto schwebt? Shoppen gehen, auch einfach nur zum Fußball oder ins Kino - kostet Geld.
Bewerbungen schreiben? Okay - und dann? Ruck-Zuck hat man vier oder fünf davon fertig, dann sind die Briefmarken alle, also geht man zur Post, sein letztes Kleingeld zusammenkratzend, im Vorbeigehen lächeln einem finster Rechnungen und Mahnungen aus dem übervollen Briefkasten neben der Haustür an… man möchte sie ignorieren, aber das würde noch teurer werden. Besser ist es, zu reagieren, ein freundliches Antwortschreiben verfassen, worin man um Ratenzahlung bittet. Das funktioniert nicht in jedem Falle, aber es könnte klappen, wenn der Empfänger, also der Gläubiger vom Zahlungswillen überzeugt werden kann. Das kann gelingen, indem man eine erste Rate bereits parallel zu dem Schreiben überweist. Sind die Ausgaben dauerhaft höher als die Einnahmen, empfiehlt es sich, die monatlichen Ausgaben genauer auf ihre Notwendigkeit hin zu prüfen - worauf kann verzichtet werden, kommt man aus eventuellen Verträgen wie Handy, Versicherungen, Zeitungsabo raus? Telefontarife und teure Kredite bedürfen der Prüfung, ebenso wie die Wahle des Nahverkehrsmittels - fährt man mit dem KfZ oder Bus und Bahn… Gemeinnützige Schuldnerberatungen sind zum Beispiel ein Anlaufpunkt bei Fragen und Geldproblemen - sie helfen mit kompetenter Beratung und zeigen Wege auf, wie sich die Situation verbessern lässt. Dazu ist allerdings der Wille notwendig, sich helfen zu lassen.
Vorsicht vor wirtschaftlich orientierten Schuldnerberatungen - diese rechnen einem erstmal ihre Beratungsgebühren vor, die hinterher Bestandteil des Zahlplanes werden. Diese richten sich nach der Anzahl der Gläubiger oder der Höhe des monatlichen Defizites auf dem Konto. Lassen Sie sich nicht von Zertifikaten, aufgezählten Refrenzen und Urkunden blenden, auch der Hinweis, dass Sie die Gebühren schnell wieder durch Einsparungen eingefahren haben, wird gern genutzt. Unterschreiben Sie keinen Vertrag, den Sie nicht vorher geprüft haben - wenn möglich mit rechtskundigen Dritten. Im Zweifel wenden Sie sich an den für Sie zuständigen persönlichen Ansprechpartner beim Jobcenter, wenn Sie ALGII-Empfänger sind. dh