aufbruchstimmung_feat_170305.jpgAlbtraum

Die dürren Hände fliegen dir entgegen
Und sie sind überall egal wohin du gehst
Sie preisen dich auf allen deinen Wegen
Und wolln dass du vor Mitleid fast vergehst.

Was du verlangst, dass werden sie dir schwören
Damit sie kriegen was sie wollen: Ein Stückchen Brot.
Die schönsten Klagelieder wirst du hören –
In Wahrheit feiern sie dich als Idiot.

Und haben sie, was sie ersehnt, verschwindest
Du einfach so aus diesem Sommertag.
Der Ort, an dem du dich dann wieder findest,
treibt deinen Puls mit hartem Peitschenschlag:

Dein Brot verschenktest du an finstre Träume.
Des Bettlers Kleid verbarg den Pferdefuß.
Sie führen dich durch abgrundtiefe Räume
Und durch ein Meer aus Schwefelrauch und Ruß.

Du bist beunruhigt, an dir nagen Zweifel,
schon blendet dich des Höllenfeuers Schein?
Jag dein Gewissen deshalb nicht zum Teufel
Der Totentanz wird schnell beendet sein.

Wahre Armut stellt dem Mitleid keine Fallen
Wie Albträume an einem Sommertag.
(Trau-Schau-wem empfehl ich daher allen.)
Ach, möge er doch ungehört verhallen:
Des Albtraums letzter Herzensschlag!

D.Harms ©

(surftipp dazu: www.traumentschluesselung.de )